Angeschlagene Kaufhauskette Millionenkredit für Galeria – aber Schließungen geplant

Technik IDOPRESS
Jun 26, 2026

Bild vergrößern

Galeria in Frankfurt am Main

Foto: Joko / IMAGO

Galeria verschafft sich Luft: Die angeschlagene Warenhauskette erhält eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro,wie eine Sprecherin in Düsseldorf mitteilte. Zugleich sind weitere Filialschließungen vorgesehen.

Die Kreditlinie stellt die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereit,abgesichert durch die Ware von Galeria. Die Verhandlungen zogen sich über Wochen hin. Voraussetzung für die Zusage war ein von der Unternehmensberatung AlixPartners erstelltes Gutachten zur wirtschaftlichen Lage von Galeria. Zuvor hatten auch das »Handelsblatt« und die »Wirtschaftswoche« über den neuen Kredit berichtet.

Das Geld ist an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan geknüpft,der jetzt umgesetzt werden soll. Der Einzelhändler will dabei unter anderem prüfen,welche Standorte rentabel sind,und mit Vermietern über Mietsenkungen sowie flexiblere Konditionen verhandeln. »Wir durchleuchten das gesamte Filialnetz,denn jedes Haus soll künftig wirtschaftlich tragfähig sein«,sagt Galeria-Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Als Grund für die Maßnahmen nennt das Unternehmen unter anderem das anhaltend schwache Konsumklima im stationären Einzelhandel.

Bestehender Kredit soll abgelöst werden

Etwa 30 der derzeit 83 Warenhäuser gelten als Wackelkandidaten und sollen besonders gründlich in den Blick genommen werden. Galeria dürfte in drei Jahren ein deutlich kleineres Filialnetz haben – so berichten es Beteiligte,die über die Pläne informiert sind. Hellenbock zufolge wird allerdings auch in Betracht gezogen,an früheren Standorten wieder Filialen zu eröffnen.

Unklar ist,wie viel von dem neuen Geld für Investitionen,zum Beispiel in die Filialen,übrig bleibt. Zunächst soll ein Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abgelöst werden. Dem Vernehmen nach geht es dabei um etwa 80 Millionen Euro.

data-area="text" data-pos="18">

Beetz sagte,für Galeria könne es »nach der Kreditzusage zunächst einmal weitergehen,doch die Lage bleibt weiter angespannt«. Die Rahmenbedingungen seien für die Warenhauskette im vergangenen Jahr »besonders ungünstig« gewesen. »Wir haben jetzt den kurzfristigen Fortbestand gesichert,aber wir wollen auch eine langfristige und belastbare Zukunftsperspektive schaffen«,fügt der Miteigentümer hinzu.

Gordon Brothers ist im Kosmos des Unternehmens kein unbekannter Name. Der Investor organisierte vor Jahren den Abverkauf in Kaufhof- und Karstadt-Filialen vor deren Schließung.

hda/dpa