Die KI-Firma Anthropic verbot die Nutzung ihrer Technik für autonome Waffen und Massenüberwachung – und wurde vom Pentagon dafür abgestraft. Nun schreitet ein Gericht ein.


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Anthropic-Logo: Für öffentliche Kritik bestraft
Foto: Dado Ruvic / REUTERS
Die KI-Firma Anthropic hat einen Etappensieg in ihrem Streit mit dem Pentagon über die Verwendung künstlicher Intelligenz im Militär errungen. Eine Richterin erließ eine einstweilige Verfügung,mit der die Einstufung von Anthropic als Lieferkettenrisiko für die nationale Sicherheit blockiert werden soll. Sie tritt erst nach sieben Tagen in Kraft. Das soll der US-Regierung die Möglichkeit geben,die einstweilige Verfügung noch vor einem Berufungsgericht anzufechten.
Anthropic beharrt darauf,dass KI-Modelle des Unternehmens nicht zur Massenüberwachung von Amerikanern sowie in autonomen Waffensystemen genutzt werden dürfen. Das US-Verteidigungsministerium fordert hingegen die Rechte für »jede rechtmäßige Nutzung« ein und betont,dass kein Unternehmen der Regierung Vorschriften machen könne.
Da Anthropic nicht nachgab,erklärte das Pentagon die Firma zum »Supply-Chain Risk to National Security« (Lieferkettenrisiko für die nationale Sicherheit). Präsident Donald Trump ordnete an,dass alle US-Bundesbehörden die Nutzung von Anthropic-Technologie einstellen sollen.
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Anthropic-Chef Dario Amodei warnt,dass künstliche Intelligenz es möglich mache,über das Netz verstreute Daten einzelner Menschen in großem Stil automatisiert zu einem detaillierten Bild ihres Lebens zusammenzusetzen. Zugleich sei KI noch nicht verlässlich genug,um in vollständig autonomen Waffen eingesetzt zu werden. »Wir werden nicht wissentlich ein Produkt liefern,das Amerikas Kämpfer und Zivilisten in Gefahr bringt«,schrieb Amodei in einem Blogbeitrag.
Anthropic war bisher die einzige KI-Firma,deren Software auch für eine als vertraulich eingestufte Nutzung im US-Militär freigegeben war. Der ChatGPT-Erfinder OpenAI schloss nach dem Vorgehen gegen Anthropic eine Vereinbarung mit dem Verteidigungsministerium.
mik/dpa