Infektionskrankheit West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus

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Aug 22, 2026

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Eine Mücke saugt Blut aus der Haut (Symbolbild)

Foto: Andreas Lander / dpa-Zentralbild / dpa

Das von Stechmücken übertragene West-Nil-Virus breitet sich in Europa weiter aus. Seit Jahresbeginn meldeten zwölf europäische Länder vor Ort übertragene Fälle,wie die EU-Gesundheitsbehörde ECDC mitteilt. Neben Deutschland,Frankreich und Österreich sind demnach auch Albanien,Griechenland,Italien,die Niederlande,Nordmazedonien,Rumänien,Serbien,der Kosovo und Spanien betroffen.

Mit 311 Infektionen traten laut ECDC die meisten Fälle in Italien auf,gefolgt von Griechenland mit 157 Infektionen. Insgesamt sind in Europa 99 Regionen betroffen,in 21 Regionen trat das West-Nil-Virus zum ersten Mal auf. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum hatten nur neun europäische Länder Infektionen gemeldet,insgesamt waren 67 Regionen betroffen.

Die meisten Infektionen mit dem West-Nil-Virus treten in Europa während der Mückensaison zwischen Frühjahr und Herbst auf. Hochzeit der Übertragungen ist zwischen Juli und September. Auch invasive Mückenarten tragen zur Ausbreitung des Virus bei. Europa müsse deshalb seine Kapazitäten zur Mückenbekämpfung ausbauen,erklärte das ECDC. Dazu sei eine länderübergreifende Zusammenarbeit und ein »integrierter Ansatz« notwendig. Dieser umfasse neben der Überwachung der Mückenpopulationen auch die Einbindung der Bevölkerung sowie »gezielte Lösungen zur Mückenbekämpfung unter Berücksichtigung der Umweltauswirkungen.«

Erstmals nachgewiesen wurde das West-Nil-Virus 1937 im West-Nil-Gebiet in Uganda. Ein Großteil der Infektionen verläuft asymptomatisch oder mit leichten Symptomen,weshalb nur ein kleiner Teil überhaupt erfasst wird. Infizierte,bei denen die Krankheit ausbricht,entwickeln grippeähnliche Symptome wie Zittern und Fieber. In schweren Fällen können Erkrankte ins Koma fallen. Über die Blutbahn kann das Virus zudem bis ins Gehirn gelangen und eine lebensbedrohliche Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen. Nach Angaben der WHO gibt es weder zugelassene Impfstoffe für Menschen noch spezifische Behandlungsmethoden gegen das Virus.

msh/AFP