Schon länger war von einem Aus für Karin Dohm die Rede. Jetzt bestätigt die Deutsche Bahn die Trennung von der Finanzvorständin. Für das schnelle Aus nach nur wenigen Monaten nennt der Konzern Gründe.


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Deutsche Bahn und Finanzvorständin Karin Dohm muss gehen: »Ausdrücklich nicht aufgrund der in der Öffentlichkeit diskutierten Vorwürfe«
Foto: Sebastian Gollnow / dpa
Die Deutsche Bahn und Finanzvorständin Karin Dohm gehen nach nur rund vier Monaten getrennte Wege. Man habe sich »in gemeinsamen Gesprächen einvernehmlich auf eine Beendigung der Zusammenarbeit verständigt«,hieß es in einer Mitteilung der Bahn.
Der Konzern verwies darauf,dass diese Entscheidung »ausdrücklich nicht aufgrund der in der Öffentlichkeit diskutierten Vorwürfe oder Mutmaßungen,mit denen der Aufsichtsrat sich eingehend befasst hat«,getroffen worden sei.
Die »Süddeutsche Zeitung« hatte bereits vor gut vier Wochen über eine mögliche Entlassung Dohms berichtet. Sie soll der Zeitung zufolge als Finanzvorständin zahlreiche Menschen gegen sich aufgebracht haben,darunter auch Politiker und Arbeitnehmervertreter. Unter anderem soll sie sich demnach immer wieder mit anderen Führungskräften wegen Kleinigkeiten angelegt haben.
Auch sonst wurde Dohm ein unsensibler Führungsstil vorgeworfen. So soll sie intern unter anderem gesagt haben,wer Freunde wolle,solle sich einen Hund kaufen. Kolportiert wird auch eine Anekdote,laut der Dohm ihren Wagen vor dem Bahn-Tower in Berlin abstellte und den Schlüssel am Empfang abgab mit der Aufforderung,das Auto zu parken. Die Bahn wollte sich auch zu diesen Berichten nicht äußern.
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Dohms Abberufung steht im Widerspruch zum Vorhaben,wonach der krisengeschüttelten Bahn unter der neuen Chefin Evelyn Palla ein Neustart gelingen soll.
Trotz ihrer sehr kurzen Amtszeit als Finanzvorständin der Deutschen Bahn hat Karin Dohm Anspruch auf eine hohe Abfindung. Diese dürfte nach SPIEGEL-Informationen zwei volle Jahresgehälter betragen. Lesen Sie hier mehr.
jon/dpa