

Bild vergrößern
Eine Auszubildende zum Metallbauer arbeitet im AusbildungsCampus Butzweilerhof in Köln
Foto: Oliver Berg / dpa / picture alliance
Erstmals seit 2023 hat die deutsche Industrie im ersten Quartal dieses Jahres den Umsatz gesteigert – baut aber weiter im großen Stil Jobs ab. Das zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY,die auf Daten des Statistischen Bundesamts basiert und der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.
Demnach sank die Zahl der Beschäftigten in der Industrie zum Ende des ersten Quartals auf 5,3 Millionen Menschen. Das entspricht einem Rückgang von 2,3 Prozent oder 127.300 zum Vorjahreszeitraum. Am meisten Arbeitsplätze gingen mit rund 32.000 Stellen in der Autoindustrie verloren,gefolgt vom Maschinenbau,22.000,und der Metallerzeugung und
-bearbeitung,8800.
Hauptgrund für den jüngsten Anstieg sei ein Umsatzplus von 18 Prozent in der Metallbranche: Dort wuchsen die Exporte um 28 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Ein leichtes Plus schafften im ersten Quartal auch die Autobranche (2,1 Prozent) und die Elektroindustrie (1,4 Prozent). In der Papier- und Textilindustrie sank der Umsatz dagegen um rund sechs und acht Prozent.
»Die kommenden Monate werden zeigen,ob es sich beim Wachstum einiger weniger Branchen nur um ein Strohfeuer handelt oder um eine Trendwende«,sagte Jan Brorhilker,Managing Partner bei EY Deutschland.
Rückenwind für die Industrie kam im ersten Quartal sowohl aus dem Inland als auch von den Exporten. Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft insgesamt überraschend stark gewachsen. Der Auftragsbestand in der Industrie stieg im März laut Statistischem Bundesamt um gut acht Prozent zum Vorjahresmonat. Allerdings dämpft der Irankrieg die Aussichten: Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,5 Prozent halbiert.
data-area="text" data-pos="14">
Bei vielen Unternehmen stünden nicht mehr nur Sparprogramme,sondern auch die Schließung ganzer Werke zur Diskussion,sagt Brorhilker. »Eine solche Situation hat es in der deutschen Industrie sehr lange nicht gegeben.«
atr/dpa