Auswertung zu EU-Staaten Hormus-Blockade trifft Italien am stärksten

Wissenschaft IDOPRESS
Mar 20, 2026

Weltweit sind die Folgen der Blockade der Straße von Hormus zu spüren. Deutschland ist laut einer Auswertung längst nicht so hart betroffen wie andere Länder in Europa.

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Straße von Hormus

Foto: Altaf Qadri / AP / dpa

Sie gilt als wichtige Transportroute für Rohöl,Flüssiggas und Düngemittel: die Straße von Hormus. Ihre Blockade für Handelsschiffe bereitet den europäischen Staaten laut einer Untersuchung unterschiedlich große Probleme. Die Risiken konzentrieren sich stark auf einige wenige Länder,wie eine Auswertung des Wiener Supply Chain Intelligence Institute,des Complexity Science Hub (CSH) und der Universität Delft zeigt.

Laut der Auswertung ist Italien der am stärksten betroffene EU-Staat. Demnach werden Waren im Wert von rund 9,8 Milliarden Dollar pro Jahr aus den blockierten Golfstaaten eingeführt. So beziehe das Land etwa Flüssiggas aus Katar im Wert von jährlich rund 4,4 Milliarden Dollar sowie Propan im Wert von etwa 3,2 Milliarden Dollar.

Auch Belgien sei »stark exponiert«,heißt es weiter. Vor allem über Zeebrugge importiere das Land jährlich katarisches Flüssiggas im Wert von rund 5,8 Milliarden Dollar. Dazu komme,dass über Antwerpen viel Handel mit Diamanten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten laufe.

Das Vereinigte Königreich weist der Aufstellung zufolge mit 12,9 Milliarden Dollar pro Jahr sogar die höchste Betroffenheit Europas auf,davon entfallen rund 5,9 Milliarden Dollar auf Gasprodukte aus Katar.

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Studienmitautor Stefan Thurner erklärte,die Dauer der iranischen Blockade entscheide über die wirtschaftlichen Folgen. Dauere sie länger als vier Wochen,könnten sich Verzögerungen entlang globaler Lieferketten aufschaukeln.

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mmq/dpa