Studie von Konsumforschern Verbraucher wollen lieber Tankrabatt für alle als spezielle Hilfen

Energie IDOPRESS
Apr 16, 2026

Geht’s beim Tankrabatt weniger um Entlastung und mehr um ein Zugeständnis an die Bürger? Die halten niedrigere Steuern auf Benzin und Diesel laut einer aktuellen Studie von Marktforschern jedenfalls für eine gute Idee.

Bild vergrößern

Kundin an einer Tankstelle: Steuersenkung bevorzugt

Foto: Caro Kadatz / picture alliance

Die von der Regierung angekündigten Steuersenkungen für Benzin und Diesel werden von Ökonominnen und Ökonomen überwiegend kritisch gesehen. Sie appellieren für zielgerichtetere Hilfen und warnen vor Mitnahmeeffekten sowie falschen Anreizen durch den Tankrabatt. In der Bevölkerung stößt die befristete Senkung der Energiesteuern laut einer Studie des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) dagegen auf breite Zustimmung.

Demnach erwarten die Menschen in Deutschland vom Staat,dass er für niedrigere Energiepreise sorgt – insgesamt wählen 82 Prozent der Befragten bei einer entsprechenden Frage zumindest eine der staatlichen Maßnahmen,wie es zu der laut NIM repräsentativen Studie heißt,für die Mitte März 1026 erwachsene Personen befragt wurden. Für die meisten Befragten (42 Prozent) ist dabei die Senkung von Steuern auf Energie die bevorzugte Maßnahme. Direktzahlungen an tatsächlich Bedürftige genießen demgegenüber weniger Unterstützung (15 Prozent). Nur sechs Prozent gaben an,der Staat solle sich nicht einmischen.

Gesellschaftliche Akzeptanz wichtiger?

»Aus ökonomischer Sicht gelten pauschale Steuersenkungen als ineffizient und nicht zielgerichtet«,sagt Katharina Gangl,Direktorin für Studien am NIM. »Aus Sicht der Bevölkerung dagegen sind allgemeine Maßnahmen offenbar nachvollziehbar,fair und unmittelbar wirksam.«

Im Kampf gegen die Preissteigerungen erwarteten die Verbraucher ein entschiedenes Handeln des Staates. Eine große Mehrheit sei dabei für den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien,aber etwa auch die Gasförderung in der Nordsee. Außer für die Senkung der Energiepreise sprachen sich laut NIM auch viele Menschen für Preisobergrenzen,die Abschöpfung sogenannter Übergewinne oder andere staatliche Eingriffe aus.

data-area="text" data-pos="11">

Die Ergebnisse der Studie legen nahe: In Krisensituationen bevorzugen Bürgerinnen und Bürger einfache,universelle Entlastungen gegenüber selektiven Instrumenten – selbst wenn letztere ökonomisch effizienter wären. In diesem Spannungsfeld hat sich die Politik in der aktuellen Situation offenbar stärker an gesellschaftlicher Akzeptanz als an ökonomischer Zielgenauigkeit orientiert.

Beim NIM hndelt es sich um ein außeruniversitäres Wirtschaftsforschungsinstitut,das sich schwerpunktmäßig mit dem Konsum befasst. Es ist Gründer und wissenschaftlicher Träger des Marktforschungsunternehmens GfK.

Lesen Sie hier mehr dazu,was die teuren Beschlüsse für Verbraucher,Klima und den Staatshaushalt bedeuten: Lindner reloaded? Das bringt der neue Tankrabatt.

apr