Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise schlagen auf den Luftverkehr durch. Die skandinavische Fluggesellschaft SAS plant laut einer Wirtschaftszeitung kräftige Einschnitte im Flugplan, Tickets könnten teurer werden.


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Tankwagen vor einer SAS-Maschine am Flughafen Düsseldorf
Foto: Jochen Tack / IMAGO
Die skandinavische Fluggesellschaft SAS will laut einem Medienbericht im April mindestens 1000 Flüge streichen. Hintergrund seien die durch den Irankrieg sowie durch die Sperrung der Straße von Hormus verursachten hohen Öl- und Kerosinpreise,berichtete die schwedische Wirtschaftszeitung »Dagens Industri« unter Berufung auf Airline-Chef Anko van der Werff.
»Der Preis für Flugbenzin hat sich innerhalb von zehn Tagen verdoppelt. Selbst wenn wir versuchen,die Kostensteigerungen so weit wie möglich abzufedern,ist dies ein Schock,der die Luftfahrtindustrie direkt trifft«,zitiert die Zeitung van der Werff. Fluggesellschaften,die über längerfristige Abnahmeverträge verfügen,sind von dem Spritpreisanstieg allerdings weniger betroffen.
Wegen der hohen Kosten hat SAS die Flugpreise dem Bericht zufolge bereits angehoben,für Urlauber könne es fortan also teurer werden.
Die Luftfahrtbranche ist nicht die einzige,die von den gestiegenen Kosten für Benzin,Diesel und andere fossile Brennstoffe betroffen ist. Logistiker und Bauern leiden genauso,wie etwa die Chemieindustrie oder Reedereien,deren Crews zum Teil nun schon die dritte Woche im Persischen Golf festhängen. Ein Ende des Kriegs der USA und Israels gegen Iran ist bislang nicht in Sicht. Die Straße von Hormus bleibt damit noch weitgehend gesperrt. Durch diese für die Weltwirtschaft wichtige Handelsroute werden zu Friedenszeiten etwa 20 Prozent des weltweit verbrauchten Öls und Flüssigerdgases transportiert.
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Hierzulande versucht die Bundesregierung die Folgen des Anstiegs der Spritpreise zumindest für Verbraucher einzudämmen. So sollen Tankstellen die Preise etwa nur noch einmal pro Tag erhöhen dürfen,nur Preissenkungen sollen immer möglich sein.
apr/Reuters