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Dax-Anzeigetafel an der Deutschen Börse Frankfurt (Symbolbild)
Foto: Andreas Arnold / dpa
Die Aussicht auf ein Friedensabkommen im Irankrieg hat die Finanzmärkte stimuliert. Am Pfingstmontag verbuchten Börsen weltweit deutliche Zugewinne. Auch der deutsche Aktienmarkt setzt seinen jüngsten Aufwärtskurs fort.
Der Dax erklomm am Montag das höchste Niveau seit dem Tag vor Kriegsbeginn in Iran Ende Februar und legte bis zum Nachmittag um 1,6 Prozent auf 25.279 Punkte zu. Der MDax kletterte auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Zuletzt gewann der Index der mittelgroßen deutschen Werte 1,9 Prozent auf 32.728 Zähler. Der SDax schwang sich erneut zu einem Rekordhoch empor und legte um 0,8 Prozent zu.
Fast alle Brachen konnten zulegen. Lediglich die als defensiv geltenden Telekommunikationswerte und Papiere aus der Öl- und Gasbranche verzeichneten leichte Verluste. Ölwerte litten darunter,dass die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung der für die internationale Schifffahrt wichtigen Straße von Hormus die Ölpreise auf Talfahrt schickte.
Besonders positiv reagierten im Dax die Aktien aus dem Luftfahrt- und Reisesektor,weil sich mit den sinkenden Preisen für Rohöl auch die Lage am Kerosin-Markt entspannt. So gehörten die Titel von Tui und Lufthansa mit Kursgewinnen von 4,8 und 3,6 Prozent zu den Top-Werten im MDax. Die Anteilscheine des Triebwerkherstellers MTU waren am Nachmittag mit einem Anstieg von 6,4 Prozent Spitzenreiter im Dax. Für die Airbus-Papiere ging es um 3,1 Prozent nach oben.
Auch die iranische Seite hatte die Erwartungen an eine schnelle Lösung zuletzt gedämpft. »Niemand kann aber behaupten,dass die Unterzeichnung eines Abkommens unmittelbar bevorsteht«,hatte der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei mitgeteilt.
Die Verhandlungen gehen weiter. Wie die iranische Nachrichtenagentur Irib mitteilte,reiste eine iranische Delegation nach Katar. Der iranische Verhandlungsführer und Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghchi wollen demnach die Führung Katars über Einzelheiten der Verhandlungen mit den USA informieren. Ebenfalls in Doha ist der iranische Zentralbankchef Abdolnasser Hemmati. Bereits vor der Reise der Delegation war bekannt geworden,dass er in die katarische Hauptstadt reiste,um dort nach iranischen Angaben die Freigabe von Vermögen zu prüfen.
In katarischen Finanzinstituten sind seit Jahren Vermögenswerte aus dem iranischen Ölgeschäft eingefroren. Eine Freigabe dieser Mittel könnte ein erster Schritt in Richtung der Aufhebung von Iransanktionen bedeuten.
Der US-Präsident forderte zudem die Staaten des Nahen Ostens auf,im Rahmen der Friedensverhandlungen mit Iran dem Abraham-Abkommen beizutreten,einer Normalisierung der Beziehungen zwischen einigen arabischen Staaten und Israel,die während Trumps erster Amtszeit unterzeichnet wurden. In einem langen Beitrag auf Truth Social listete Trump die Länder auf,mit deren Führung er am Samstag über Möglichkeiten zur Beendigung des Irankriegs gesprochen habe. Für diese Länder,die Türkei,Ägypten,Saudi-Arabien,Katar,Jordanien und Pakistan,sollte es »verpflichtend« sein,gleichzeitig das Abraham-Abkommen zu unterzeichnen.
»Es wäre möglich,dass ein oder zwei (der Länder) einen Grund haben,nicht mitzumachen,und das würde auch akzeptiert werden,aber die meisten sollten dazu bereit und willens sein,und so diese Vereinbarung mit Iran zu einem weit historischeren Ereignis zu machen,als es sonst sein würde«,schrieb Trump weiter. Saudi-Arabien und Katar sollten sofort unterschreiben und alle anderen folgen. »Wenn sie es nicht tun,sollten sie nicht Teil dieses Deals sein,weil es schlechte Absichten zeigt.« Lesen Sie hier mehr zu den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.
boy/dpa