Die Spritpreise steigen auch am Ostermontag weiter. Die Kritik am Krisenmanagement von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche wächst. Auch in der eigenen Partei.


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Foto: Rene Traut / Rene Traut Fotografie / picture alliance
Am Ostersonntag hat der Dieselkraftstoff ein neues Allzeithoch erreicht. Damit ist weiterhin keine Entspannung bei den Spritpreisen in Sicht. Wie der ADAC mitteilte,kostete Diesel gestern im Tagesdurchschnitt 2,440 Euro pro Liter und damit 1,5 Cent mehr als am Tag zuvor. Der Anstieg bei Super E10 fiel mit 0,7 Cent moderater aus: 2,191 Euro pro Liter mussten Autofahrer für den Kraftstoff im Tagesdurchschnitt zahlen.
Auch am Montag ging es weiter aufwärts: Am letzten Osterfeiertag nutzten die Mineralölkonzerne erneut die Mittagszeit für deutliche Aufschläge. Trotz eines steigenden Ölpreises fiel der Anstieg aber geringer aus als zuvor: Der durchschnittliche Preis für einen Liter Super E10 stieg um 6,6 Cent auf durchschnittlich 2,235 Euro. Auch Diesel legte um 6,487 Euro zu. Nach Einschätzung des ADAC sind die Preise für beide Kraftstoffsorten jedoch nach wie vor zu hoch.
Infolge des Irankrieges kann kaum noch ein Schiff die Straße von Hormus am Persischen Golf passieren. Damit kommt auch kein Öl und Gas aus der Region mehr durch diesen wichtigen Engpass. Durch die Verknappung sind die Weltmarktpreise stark gestiegen.
Seit dem 1. April dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöht werden. Vorbild ist Österreich,wo dieses Verfahren bereits seit Längerem angewendet wird. Seit Anfang April sind die Preise in Deutschland aber weiter gestiegen. Zum Vergleich: Vergangenen Montag – also vor Einführung der Regel – lag der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Super E10 bei 2,087 Euro je Liter,Diesel kostete 2,295 Euro.
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Auch der ostsächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Florian Oest hat Reiche am Montag widersprochen. »Eine Anhebung der Pendlerpauschale kommt erst im nächsten Jahr im Portemonnaie an. Das ist zu wenig.« Er fordert stattdessen ein Drei-Säulen-Modell nach polnischem Vorbild: temporäre Steuersenkungen auf Kraftstoff bis zum EU-Minimum,eine Aussetzung der CO₂-Bepreisung sowie eine staatlich festgelegte Preisobergrenze,um zu verhindern,dass Mineralölkonzerne von Steuersenkungen profitieren.
sug/dpa