Übergriffe auf Mitarbeiter Bahn stattet weiteres Personal an Bahnhöfen mit Bodycams aus

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Aug 13, 2026

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Bahn-Beschäftigter mit Bodycam im Hauptbahnhof Frankfurt am Main

Foto: Hannes P. Albert / dpa

Die Deutsche Bahn weitet den Einsatz von Bodycams aus. Nach dem Zugpersonal könnten schon bald Hunderte weitere Mitarbeiter die kleinen Kameras am Körper tragen. Rund 2700 Beschäftigte im Bahnhofsservice und in der Stationsbetreuung sollten schrittweise die Möglichkeit bekommen,freiwillig eine solche Kamera zu tragen,teilte der Konzern mit.

Erste Geräte seien demnach bereits an den Hauptbahnhöfen Frankfurt am Main und Bielefeld im Einsatz. Vor der Nutzung sollen die Beschäftigten geschult werden. »Unsere Mitarbeitenden sollen besser geschützt sein: Dafür können sie jetzt auch auf eine Bodycam als Teil der persönlichen Schutzausrüstung zugreifen«,sagte Katja Hüske,Vorständin Personenbahnhöfe DB InfraGo. Die Bahn erhofft sich von den Kameras vor allem eine deeskalierende Wirkung in Konfliktsituationen.

Laut DB nehmen Übergriffe auf ihre Beschäftigten zu. Für Aufsehen hatte besonders ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter bei Landstuhl in Rheinland-Pfalz zu Beginn dieses Jahres gesorgt. Daraufhin hatte die Bahn den Einsatz von Bodycams in Zügen bereits stark ausgeweitet,sie werden seither deutlich verbreiteter sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr genutzt. Im Juli hieß es,2000 Mitarbeiter im Fernverkehr würden ab sofort mit den kleinen Kameras ausgerüstet. Der Einsatz der an der Oberbekleidung getragenen Geräte ist freiwillig. Kommt es zu einer gefährlichen Situation,können die Geräte per Knopfdruck eingeschaltet werden.

Fast tausend Übergriffe in sechs Monaten im Nahverkehr gemeldet

Ganz neu ist der Ansatz,mit den kleinen Kameras brenzlige Situationen festzuhalten,nicht. Schon vor rund zehn Jahren gab es Pilotprojekte in Bahnhöfen. Bereits im Februar hatte ein Bahn-Sprecher zudem vom Einsatz von damals 1400 Bodycams für Zugbegleiter bei DB Regio berichtet.

»Bodycams tragen dazu bei,dass sich Reisende und Mitarbeitende gleichermaßen sicher in den Zügen des Fernverkehrs fühlen«,hatte die Bahn im Juli zur Ausweitung des Einsatzes von Bodycams mitgeteilt. »Sie haben eine präventive Wirkung und dienen der Abwehr und Reduktion von Gewalttaten sowie der Beweissicherung.«

Bahn-Chefin Evelyn Palla hatte nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Regionalverkehr im Februar angekündigt,dass noch in diesem Jahr alle Beschäftigten mit Kundenkontakt mit einer solchen Kamera auf freiwilliger Basis ausgestattet werden sollen.

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Datenschützer hatten sich offen gegenüber einer Ausweitung des Bodycam-Einsatzes gezeigt. Sie verlangten jedoch strenge Regeln,etwa im Umgang mit Speicherfristen,auch auf Tonaufnahmen könne verzichtet werden. Die Bahn plant allerdings auch einen Modellversuch,bei dem die kleinen Videokameras auch Töne aufzeichnen. Dies könnte in die Rechte der Fahrgäste deutlich stärker eingreifen.

Lesen Sie hier mehr dazu: Die Bahn will Zugbegleiter mit Bodycams vor Übergriffen schützen. Aber wen genau sollen sie filmen,wie schützt man Unbeteiligte? Datenschützer verlangen klare Vorgaben,auch zu den Speicherfristen.

apr/dpa