Hohe Belastung mit krebserregenden Fasern Stiftung Warentest warnt vor Asbest in Spiel- und Bastelsand

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Mar 24, 2026

Immer wieder wird in Produkten für Kinder Asbest gefunden. Die Stiftung Warentest hat nun 18 Sand-Fabrikate unter die Lupe genommen. Ein Drittel davon war mit dem krebserregenden Stoff verseucht.

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Eine Person hält Spielsand in der Hand

Foto: Jonas Roosens / Belga / AFP

Asbest zählt als Sondermüll – dennoch haben ihn die Testerinnen und Tester von Stiftung Warentest erneut in Kinder- und Bastelprodukten gefunden. Sechs von 18 unter die Lupe genommenen Spiel- und Bastelsanden waren mit dem potenziell krebserregenden Stoff verseucht,heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

Am stärksten belastet sei der »Dekosand dunkelblau« von Heku gewesen,auch in Produkten von Deco,idee Creativmarkt,Pei You,Sablimage und Moses hätten die Tester Asbest festgestellt. »Wer einen der betroffenen Sande zu Hause hat,sollte ihn sofort sicher verschließen und nicht mehr anfassen«,erklärte Reiner Metzger von der Stiftung Warentest. Gewöhnlicher Sandkastensand ist den Angaben nach nicht betroffen.

Handschuhe und Maske tragen und doppelt verpacken – dann wegschmeißen

»Das Hantieren mit solchen Sanden im losen,trockenen Zustand setzt viele Asbestfasern frei«,fuhr Metzger fort. »Also auf Nummer sicher gehen – noch dazu,wenn es sich um Produkte für Kinder handelt.« Die Stiftung empfiehlt: am besten sofort wegschmeißen – und dabei unbedingt höchste Vorsicht walten lassen. Man sollte beim Hantieren mit einer offenen Verpackung eine FFP2-Maske und Handschuhe tragen,den Sand leicht anfeuchten,damit er nicht staubt und diesen dann doppelt eingetütet in den Sondermüll geben. Oberflächen sollten demzufolge feucht abgewischt,aber keinesfalls gestaubsaugt werden,da dies Asbestfasern aufwirble und verteile.

Bei Asbest handelt es sich um natürlich vorkommende faserartige Minerale,die aufgrund ihrer hitzebeständigen Eigenschaften jahrzehntelang im Bauwesen verwendet wurden. Wegen seiner nachweislich krebserzeugenden Wirkung wurde 1993 das Herstellen und die Verwendung von Asbest in Deutschland verboten.

Produkte wurden aus dem Handel genommen

Der »Dekosand dunkelblau« von Heku enthielt laut Stiftung Warentest zwei Asbestarten: Zum einen Tremolit mit einem Massenanteil von etwa ein bis fünf Prozent,zum anderen Chrysotil,das den Angaben nach in einer Probe nicht nachweisbar,in einer anderen Probe mit einem Anteil von ein bis fünf Prozent auftrat.

In weiteren fünf Produkten fanden die Warentester Tremolit mit einem Anteil von jeweils unter einem Prozent. Wie die Stiftung weiter mitteilte,wurden alle Anbieter über die Funde informiert,alle nahmen die Produkte aus dem Handel. Die vollständige Liste und weitere Informationen der Stiftung Warentest finden Sie hier.

Erst vor Kurzem riefen mehrere Händler ebenfalls Produkte zurück,die potenziell mit Asbest verseucht sind. Der SPIEGEL hat dazu mit Kerstin Effers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gesprochen. Sie erklärt,um welche Produkte es sich handelt,wie man feststellt,ob man betroffene Exemplare zu Hause hat und wie man sie am besten loswird. Das ganze Interview lesen Sie hier.

mkh/AFP